Grenzenlos lebenswert

Entstehungsgeschichte

1749

Lukas-Kern LKKHDer Schiffsmeister und Gastwirt Lukas Kern stiftete in seinem Testament 72.400 Gulden zum Bau eines Waisenhauses in Passau. Ebenso verfügte er testamentarisch, dass zu allen Zeiten wenigstens zwölf Knaben und ebensoviel Mädchen das Haus bewohnen sollten. Die beiden Testamentsvollstrecker, der Spezereihändler Johann Antonio Braquia und der Lebzelter Johann Mathias Mayer, Mitglieder des städtischen Rates, fanden den passenden Platz für das Waisenhaus, kauften zwei dort ansässigen Bürgern ihre Häuser für ca. 2000 Gulden ab und ließen die Häuser abreißen.

1750 - 1762

Das Waisenhaus wurde als Vierflügelanlage nach den Plänen des Baumeisters Johann Michael Schneitmann am Zusammenfluss von Donau und Inn in der Paussauer Altstadt errichtet. Die Gesamtkosten betrugen ca. 20.000 Gulden. 

1758

Die ersten Kinder, elf Jungen und sieben Mädchen,  zogen am 26. Juni 1758 in den Bau ein.
Voraussetzung für die Aufnahme war laut Testament die Zugehörigkeit der Kinder zum Bürgerstand. Eine weitere Voraussetzung für die Aufnahme der Kinder war, dass sie ehelich geboren sein mussten. Die aufgenommenen Kinder mussten älter als fünf Jahre sein. In jedem Falle entschied der Magistrat, welche Kinder aufgenommen werden sollten.

Der Eröffnung des Waisenhauses ging eine Messe in der Stadtpfarrkirche St. Paul mit den Mitgliedern des städtischen Rates, den Waisenkindern und der Witwe Anna Theresia Kern voraus. Danach zogen alle in einer Prozession zum Waisenhaus, wo der Stadtpfarrer in einer Rede die Grundsätze des Waisenhauses darlegte.

Die Aufsicht über die Waisenkinder sollte ein ehrbares Bürgerehepaar haben. Der Tagesablauf im Waisenhaus war sehr genau geregelt.

1761

Testamentsvollstrecker Johann Mathias Mayer vermachte dem Waisenhaus ein Grundstück, das zum Waisenhausgarten wurde.

1762

Die Hauskapelle wurde 1762 fertig gestellt und von Fürstbischof Joseph Maria Graf von Thun-Hohenstein am 21. Juni 1762 eingeweiht. 

1913

Nach dem Tod des langjährigen Waisenhaus-Leiters Max Lorenz im Jahr 1913 wurde die Leitung des Waisenhauses den Englischen Fräulein von Kloster Niedernburg übertragen.

1914 - 1918

Während den Jahren des Ersten Weltkriegs (1914 bis 1918) diente das Städtische Waisenhaus auch als Reservelazarett, was zu großem Platzmangel für die Waisenkinder geführt hat.
Die ersten 70 Verwundeten wurden am 2. September 1914 in das Waisenhaus gebracht.
Im Jahre 1918 erfolgte die Extradition der „Bürgerlichen Waisenhausstiftung“ durch die königlich-bayerische, allgemeine Stiftungsadministration an den Stadtrat Passau.

1971

Das bis dahin Bürgerliche bzw. Städtische Waisenhaus  erhielt am 1. Januar 1971 den Namen Lukas-Kern-Waisenhaus. Es ist seither ununterbrochen als Waisenhaus bzw. als Kinderheim genutzt worden. Anfänglich beherbergte es noch über 70 Kinder.

1997

Das Lukas-Kern-Kinderheim wurden 1997 renoviert und eine Heimgruppe und eine Tagesstätte wurde eingerichtet.

2013

Aufgrund der Erweiterung des Lukas-Kern-Kinderheims um eine zweite Heimgruppe erfolgte im Mai 2013 die Verlagerung der Heilpädagogischen Tagesstätte in ein stiftungseigenes Gebäude auf der Ries.

2014

Die heutige Form der Heilpädagogischen Einrichtung mit 2 Wohngruppen für Kinder und Jugendliche besteht seit dem Jahr 2014.

2016

Seit November 2016 kann ein Platz für Betreutes Wohnen im Lukas-kern-Kinderheim angeboten werden.

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